discovering hands® weltweit

Amerika, wir kommen!

discovering hands gibt es inzwischen auch in Kolumbien, und im Herbst geht es in Mexico los. Bald folgt Südeuropa: Spanien und Portugal stehen schon in den Startlöchern. Unser internationaler Projektleiter Stefan Wilhelm betreut diese Pilotprojekte.

In einer zwölfteiligen Serie wollen wir mit dem 35-jährigen Kulturwirt um die Welt reisen. Wir machen Abstecher zu einer israelisch-amerikanischen Stiftung, in eine österreichische Fernseh-Show und nach Transsylvanien. Unsere Vision: In immer mehr Ländern rund um den Globus werden Medizinische Tastuntersucherinnen qualifiziert, um dort die Brustkrebsfrüherkennung zu verbessern und zur Gesundheitsfürsorge beizutragen. Und wir tragen zur Inklusion in diesen Ländern bei: Blinde und Sehbehinderte können etwas! Sogar Leben retten. 

Stefan Wilhelm - beruflicher Werdegang: Stefan Wilhelm ist Diplom Kulturwirt (Universität Passau, Universidade Federal da Bahia) und Master of Public Policy (Humboldt Universität zu Berlin, Europa Universität Viadrina), Vodafone World of Difference Fellow und Mentee der ehemaligen Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, Barbara Steffens. Vor seinem Engagement bei discovering hands® war er bis 2011 als Projekt- und Business Development Manager für Dialogue Social Enterprise tätig, einem weltweit operierenden Sozialunternehmen mit Sitz in Hamburg. Stefan Wilhelm spricht Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch und etwas Französisch.


Demnächst hier - Folge 1) Wie alles begann: Stipendien ermöglichen die Umsetzung der Idee, blinde und sehbehinderte Frauen als Medizinische Tastuntersucherinnen für die Verbesserung der Brustkrebsfrüherkennung auszubilden

Folge 1) Wie alles begann: Stipendien ermöglichen die Umsetzung der Idee, blinde und sehbehinderte Frauen als Medizinische Tastuntersucherinnen für die Verbesserung der Brustkrebsfrüherkennung auszubilden

Stefan Wilhem erklärt die discovering hands Methode auf einer VeranstaltungStefan Wilhelm, Diplom Kulturwirt und Master of Public Policy, hat nach seinem Studium für „Dialogue Social Enterprise“ in Hamburg gearbeitet – beim ersten „Ashoka Fellow“ Westeuropas, Prof. Dr. Andreas Heinecke. Über ihn lernte er Dr. Frank Hoffmann kennen, der mit seinem Projekt „discovering hands®“ ebenfalls zum Ashoka Fellow ernannt wurde. Ashoka betreibt das größte internationale Netzwerk von Social Entrepreneurs, die die Lösung sozialer Probleme mit unternehmerischen Mitteln anstreben. „Frank suchte Leute für sein Start Up“, erzählt Stefan Wilhelm. „Seine Idee ist so einleuchtend, dass ich von Anfang an davon begeistert war.“  

Mit der Inklusion blinder und sehbehinderter Menschen in den Arbeitsmarkt war der 35-jährige durch „Dialog im Dunkeln“ bereits vertraut. Sich für Medizinische Tastuntersucherinnen und eine bessere Brustkrebsfrüherkennung einzusetzen, passte zu den Zielen des sozial engagierten Kulturwirts. Also auf nach Mülheim. „2011, vor der Gründung des Unternehmens discovering hands® im Dezember, gab es weder Räume noch Mitarbeiter“, blickt Stefan Wilhelm zurück. „Ich habe erst mal ein halbes Jahr pro bono (ohne Bezahlung) mit Frank zusammen Aufbauarbeit geleistet. Dann habe ich ein Stipendium von Vodafone für discovering hands® bekommen und am 1.1.2012 als erster fester Mitarbeiter begonnen.“ Frank Hoffmann hatte seinerseits bereits 2010 ein Stipendium von Ashoka erhalten. Die beiden konnten also loslegen.

Nächste Folge) Wien: Idee zum Social Franchise System - Unterstützung durch eine israelisch-amerikanische Stiftung

Folge 2) Wien: Idee zum Social Franchise System - Unterstützung durch eine israelisch-amerikanische Stiftung

Ruderman Family Foundation Logo: Graphik eines Baums mit einer Krone aus bunten und unterschiedlich großen Kreisen und links daneben der blaue Schriftzug Anfang 2012 besuchten Frank und Stefan die „Ashoka Globalizer“ Konferenz in Wien, zu der „Ashoka Fellows“ mit besonders gut international skalierbaren Ideen eingeladen werden. Stefan Wilhelm: „Im Gespräch mit Waltraud Martius von SYNCON International Franchise Constultants entstand die Idee, das Konzept von discovering hands® mittels eines Social Franchise-Systems auf andere Länder zu übertragen. Wir wollten ein sich selbst tragendes System schaffen, dass sich ohne administrativen Ballon realisieren lässt.


2012 hatte Dr. Frank Hoffmann bei einer Veranstaltung in der Schweiz bereits Shira und Jay Ruderman aus den USA und Israel kennengelernt. Die Vorsitzenden der israelisch-amerikanischen Ruderman Family Foundation waren von der Idee, blinde Frauen mit ihrem verfeinerten Tastsinn in der Brustkrebsfrüherkennung zu beschäftigen, begeistert.

Folge 3) Wien: Sensationeller Erfolg im TV bei „Zwei Minuten – zwei Millionen“

In nur 120 Sekunden müssen die Kandidaten in dieser österreichischen TV-Sendung Investoren von ihrer Geschäftsidee überzeugen. Die Investoren entscheiden dann live in der Sendung darüber, wie viel sie bereit sind in die Idee zu investieren. Stefan Wilhelm erzählt: „Ungefähr 700 Unternehmer und Erfinder hatten sich beworben, darunter nur ein Sozialunternehmer, nämlich Frank. 40 Kandidaten durften dann in der Live-Sendung pitchen.“ Die Business Angels waren von Frank Hoffmanns Vorhaben sofort überzeugt: Sie sagten ihm 375.000 Euro als Darlehen zu plus 150.000 Euro für Werbemaßnahmen und TV-Spots.  „Wir waren überwältigt. Dieses Investment legte den Grundstein für die Realisierung der ersten Franchise.“

Gesetzesänderung in Österreich wegen discovering hands®?

In Österreich gibt es deshalb seit 2016 einen ersten Franchisenehmer von discovering hands®. Im Nachbarland erwartete man eher wenige Hürden für die Übernahme der deutschen MTU-Tätigkeit. Doch wegen des dort geltenden Ärztevorbehalts dürfen nur Mediziner ‚Hand an die Patientin legen‘. Dieses Gesetz verhindert zurzeit noch, dass MTUs Brustabtastungen vornehmen können. Um deren Arbeit in Österreich zu ermöglichen, läuft gegenwärtig eine große Studie: Die Ergebnisse der Tastdiagnostik von MTUs wird wissenschaftlich erfasst und bewertet. Die Österreicher wollen belegen, dass die speziellen Tastfähigkeiten blinder und sehbehinderter MTUs  eine Gesetzesänderung rechtfertigen. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir diese juristische Hürde meistern“,  so Dr. Hoffmann.

Nächste Folge) Netzwerken in Deutschland und Europa: Auch Verena Bentele ist begeistert von discovering hands®

Folge 4) Netzwerken in Deutschland und Europa: Verena Bentele ist begeistert von discovering hands und Barbara Steffens wird Schirmherrin

Um Gelder zu akquirieren und discovering hands® bekannt zu machen, schrieb Stefan Wilhelm seit 2012 jede Menge Bewerbungen für Auszeichnungen. Er und Dr. Frank Hoffmann besuchten viele Veranstaltungen für Sozialunternehmer in Deutschland und Europa, wie beispielsweise die ZeroProject Conference der Essl Stiftung in Wien oder Konferenzen der This Works-Initiative von Bosch Stiftung und Ashoka in Mailand und Madrid. Sie stellten unter anderem Verena Bentele discovering hands vor, der blinden Behindertenbeauftragten der Bundesregierung und neunfachen paralympischen Goldmedaillengewinnerin im Biathlon. „Auch sie war begeistert.“

Stefan Wilhelm gelang es im Rahmen seines berufsbegleitenden Public Policy Studienganges in Berlin darüber hinaus, die damalige NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens als Schirmherrin für discovering hands® zu gewinnen. In Berlin baute das kleine discovering hands®-Team mit großer Unterstützung der BKK VBU das erste discovering hands Zentrum auf, in dem heute fünf Medizinische Tastuntersucherinnen und eine Gynäkologin tätig sind http://www.tactile.berlin/

Nächste Folge) Barcelona: Gewinn beim Wettbewerb der größten spanischen Blindenstiftung

Schirmherrschaft

Logo des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW

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Gewinner des seif-Award 2014

Gewinner des Sustainable Entrepreneurship Award 2014

Auszeichnung „Regional Engagiert

Sieger Aspirin-Sozialpreis 2014